Winterzauber per Bike

Viele halten Mountainbiken für einen Sommersport, putzen, ölen und fetten ihr Bike Anfang November ein letztes Mal und gönnen ihm (und sich) dann eine Pause im trockenen Winterquartier. Doch auch der Winter bietet ganz besondere Reize und Trainingsmöglichkeiten. Wenn Tourenführung und Kleidung dem Wetter angepasst werden, erwartet uns jetzt ein ganz besonderes Bike-Vergnügen. Denn wenn die Blätter gefallen sind, sieht der Wald ganz verwandelt aus und unter dem gefallenen Laub versteckt sich mancher Pfad, den man neu entdecken muss. Oft muss man zweimal hinschauen oder folgt auch einfach mal einer vermeintlichen Spur, nur um zu erkennen, dass sie plötzlich zwischen den Bäumen und Sträuchern endet.

Dieser Effekt verstärkt sich, sobald der erste Schnee gefallen ist, die Landschaft in pudriges Weiß hüllt und damit die markanten Punkte, an denen man sich im Sommer orientiert hat, zudeckt. Spätestens jetzt muss man neu hinschauen, sich neu orientieren und neue Spuren in den Schnee ziehen. So wird Biken im Winter zu einer neuen Herausforderung und garantiert gleichzeitig märchenhafte Erlebnisse.

Angepasste Tourenführung

 

Von den Regenfällen im Herbst ist der Boden, solange es noch nicht friert, aufgeweicht und rutschig. Später sind kleine Hindernisse und gefrorene Pfützen unter der Schneedecke nicht zu erkennen. Und wenn es tagsüber taut und nachts wieder friert, kann es gefährlich glatt werden. Dies sind die speziellen Herausforderungen, die bei der Tourführung im Winter zu bedenken sind. Im Rheingauer Wald kommt dieses Jahr erschwerend hinzu, dass die Waldarbeiten infolge des Sturms im August noch immer andauern und die schweren Fuhrwerke tiefe Spurrillen in den sehr weichen Untergrund pflügen. Die Wege sind beständiger Veränderung ausgesetzt und der Biker wird nicht selten von widrigen Bedingungen überrascht. Aber auch ohne das ist die Tourführung im Winter ein Kernpunkt. Sicher geht, wer sich einer Gruppe anschließt und guiden lässt, denn der verantwortungsvolle Guide passt seine Planung diesen Bedingungen an und testet die Strecke nochmal kurz vor der Tour. So kann er größtmöglichen Fahrspaß bieten.

Wer lieber allein unterwegs ist, darf sich im Winter ruhig auf die breiten Wege beschränken, denn auch sie bieten jetzt ganz andere Bedingungen und schulen das Fahrkönnen.


Winterliches Techniktraining

Im Winterwald ist das Techniktraining inklusive, ohne dass man die entsprechenden Übungen explizit in die Tour einbauen müsste.

Fahren im Matsch oder auf Wegen, auf denen bereits Spuren in den Schnee gezogen sind, trainiert das Gleichgewicht, denn immer wieder müssen kleine Rutscher ausgeglichen werden. Die richtige Gangwahl wird trainiert, denn ist der Gang zu schwer gewählt, drehen leicht die Reifen durch  und behindern das Vorwärtskommen. Bergab ist dosiertes Bremsen ganz besonders wichtig, um nicht ins Schleudern zu kommen. Und damit sind auch schon die drei wichtigsten Komponenten der guten Technik abgedeckt: Gleichgewicht, gute Gangwahl und richtiges Bremsen. Wer dann auch noch bergauf absteigen muss, kommt nur mit der richtigen Anfahrttechnik wieder auf´s Rad und ist so schon gut für´s Anfahren an steilen Anstiegen im Sommer gewappnet.


Die richtige Ausrüstung

Wer auch im Winter richtig Spaß auf dem Rad haben will, passt seine Ausrüstung dem Wetter an. Das fängt bei der Kleidung an. Natürlich muss jeder für sich das richtige Maß finden, aber da ich auf meinen Touren immer wieder um Rat bezüglich der richtigen Kleidung für Winterausritte gefragt werde, verrate ich euch hier, was für mich an wirklich kalten Tagen, also um die null Grad und darunter, gut ist:

1. Langes Unterhemd, langes Trikot, Softshelljacke für den Weg bergauf. Für die Abfahrt habe ich noch ein weiteres Langarmtrikot im Rucksack, das ich einfach drüberziehen kann.

2. Lange Sportunterhose, Softshellhose oder enge, lange Bikehose mit Baggy drüber.

3. Dicke Socken und Winterbikeschuhe. Überzieher über die Schuhe mag ich nicht besonders, aber das ist Geschmacksache.

4. Ein Buff mit Fleece für den Hals, einen weiteren Buff unter den Helm, den ich bis über die Ohren ziehen kann.

5. Warme Winterhandschuhe.

So ausgerüstet bin ich bisher prima durch jeden Winter gekommen.


Resultat: Bezaubernde Ausritte im Winter-Wonderland

Wenn man ein paar Punkte beachtet, ist das Biken im Winter etwas ganz Besonderes. Raureif und Schnee bieten für´s Auge, was keine andere Jahreszeit für uns bereit hält. Wenn sich die kahlen Zweige der Bäume unter dem Schnee oder Reif biegen, entstehen wunderschöne Formationen, Spuren im Schnee verraten uns, wo das Wild im Wald unterwegs ist, und es liegt eine ganz außergewöhnliche Stille über dem Land, die eine besinnliche Atmosphäre schafft. Lasst es uns genießen!

Keep moving! - Bleibt in Bewegung!

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