Keep moving! - Bleibt in Bewegung!

Die Folgen von zu wenig Bewegung sind allseits bekannt und auf Gesundheits- und Fitnesskanälen breit diskutiert. Wir wissen es doch: wenn wir uns zu wenig bewegen, führt das zu

  • Verlangsamung des Stoffwechsels
  • Reduzierung der Fettverbrennung
  • Verkürzung der Muskeln und Abbau der Muskelmasse
  • Übergewicht
  • erhöhte Gesundheitsrisiken (Herz, Kreislauf, Diabetes, Krebs, geschwächtes Immunsystem...)
  • Beschleunigung des Alterungsprozesses
  • ....
Die Liste ist lang und ließe sich weiter verlängern. Das alles kennt man und glaubt man - aber man spürt es nicht direkt am eigenen Leib, weil der Prozess nur schleichend vor sich geht. Außerdem spielen für ein gesundes Leben auch die genetische Disposition, Ernährung, Rauchen, Alkohol usw. eine Rolle, sodass  die Bewegung nur ein Faktor von vielen ist und somit in der Wahrnehmung Vieler an Bedeutung verliert. 
Auswirkugen Bewegungslosigkeit am Beispiel gebrochener Finger
Winken mit der eingegipsten Hand

Erst wenn das Extrem der totalen Bewegungslosigkeit eintritt, wird das Ausmaß der Auswirkungen klar. Das erfahre ich gerade am eigenen Leib. Vor ein paar Wochen habe ich mir das Grundglied des rechten, kleinen Fingers gebrochen. Da die Sache nicht ganz einfach war, wurde der Bruch gerichtet, operativ mit Drähten stabilisiert, und ich trug 6 Wochen lang eine Gipsschiene, die den Ring- und Mittelfinger einschloss. Gelegentlich durfte ich die Schiene abnehmen und mit den gesunden Fingern vorsichtig ein bisschen üben - sehr vorsichtig, da die Sehnen der drei Finger gekoppelt sind und der kleine Finger nicht bewegt werden sollte.

Nach 6 Wochen kam mit dem endgültigen Entfernen der Schiene und der Drähte das große Erwachen: Nicht nur der kleine Finger, sondern auch die beiden anderen waren steif. Die Sehnen hatten sich verkürzt und die Gelenkkapseln waren geschrumpft, so dass ich die Finger weder beugen noch richtig strecken konnte. Auch die Hand selbst und das Handgelenk schmerzten schon bei kleinen Bewegungen. In der totalen Bewegungslosigkeit hatten die Gelenke, die für die optimale Funktion in stetiger Bewegung sein müssen, aufgehört zu arbeiten und keine Gelenkschmiere gebildet. Meine Hand war im wahrsten Sinne des Wortes eingerostet! Die Muskeln hatten sich bis zum Ellbogen hin abgebaut, mein rechter Unterarm war um einen Zentimeter geschrumpft.

Radtour am Rhein mit Bike&Coach Rheingau
Erste Radtour nach 6 Wochen

Im Moment bin ich in der sogenannten Rehabilitation: Physiotherapie mit und ohne Therapeut und erste Radltouren stehen an, die Blackroll hat Hochkonjunktur. Nach fast einer Woche kann ich die Finger immerhin zu ca. 80 % beugen. Während bei der ersten Tour lediglich der Zeigefinger und der Mittelfinger den Lenker berührten, kann ich jetzt schon wieder mit drei Fingern greifen und sogar bergauf ein bisschen am Lenker ziehen. Mein Handgelenk kann ich schon fast wieder so weit beugen wie das linke. Das Ganze ist immer mindestens von einem Spannungsgefühl, wenn nicht von Schmerzen begleitet. Ich freue mich über die täglichen Fortschritte und bin doch ungeduldig, weil ich merke, es ist schwieriger härter als erwartet. Dazu kommt, dass es wichtig ist, genau das richtige Maß zwischen Belastung und Schonung zu finden.

Petra Weiler von Bike & Coach Rheingau wieder fit
Foto: Digital Atelier Heibel

 

Die Fortschritte sind das Eine. Das Andere ist, dass mir durch den Unfall auf drastische Weise vor Auge geführt wurde, wie sehr unser Körper auf Bewegung ausgerichtet ist. Bewegen wir uns nicht, rosten wir ein, werden steif und nach und nach immer stärker in unseren Möglichkeiten eingeschränkt. Was hier am Beispiel des kleinen Fingers, der schon wieder in Ordnung kommt, illustriert wird, gilt für den ganzen Menschen: Wenn wir uns zu wenig bewegen - und das fängt ja schon mit dem vielen Sitzen im Büro und später am Abend auf der Couch an - verlieren wir an Kraft, Beweglichkeit, Energie und damit auch an Motivation.

 

Drum halte ich es weiter mit Einstein:

 

"Life is like riding a bike - to keep your balance you must keep moving" 

 

"Das Leben ist wie Fahrradfahren - um die Balance zu halten musst du dich bewegen"

Wer sich ebenfalls bewegen will, aber noch nicht so recht weiß, wie er das anfangen soll, kann folgende Tipps befolgen:

  • Probiere Vieles aus und mache nur das, was dir Spaß macht! Wenn du dich nur bewegst, weil es gesund ist, wirst du es bald wieder aufgeben. Wenn du es tust, weil du Spaß hast, bleibst du dabei. Alles ist erlaubt: gehen, walken, wandern, radeln, mountainbiken, klettern, Ballsport, schwimmen, Fitnesssport....
  • Such dir Gleichgesinnte, die einen ähnlichen Background haben! Wenn ihr euch gegenseitig motiviert, ist es leichter, und ihr könnt euch über gemeinsame Erfolge freuen.
  • Versuch, jeden Tag ein bisschen mehr Bewegung einzubauen! Es muss ja nicht immer Sport sein. Ein Spaziergang nach dem Abendessen oder in der Mittagspause ersetzt zwar nicht die Sporteinheit, ist aber immer noch besser als rumzusitzen.
  • Nimm dir nicht zu viel vor! Gerade, wenn du ein Bewegungseinsteiger bist, machst du schnell Fortschritte. Dennoch darfst du zufrieden sein, wenn du am Anfang 2 mal 3 Minuten laufen kannst. Wenn du dich allmählich steigerst, erreichst du dein Ziel auch - sanfter, zufriedener und mit mehr Wohlbefinden.

Und wer sich auch mit diesen Tipps noch unsicher fühlt, den begleite ich gern. Melde dich einfach - wir finden deinen persönlichen Weg in die Bewegung und Ausgeglichenheit!

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