Fast schon eine kleine Alpenetappe: von Oestrich-Winkel zum Wispersee

Auf und ab im Rheingauer Hinterlandswald

Eine Zufallsbekanntschaft in einer Straußwirtschaft hatte mir vor Jahren vom Wispersee unweit von der Wisperquelle erzählt - und gestern war ich endlich dort.

Meine noch recht neuen GPS-Kenntnisse nutzend hatte ich eine Tour zusammengestellt - und war, ehrlich gesagt, ein bisschen gespannt, wie sie verlaufen würde. Und: es war schweißtreibend, aufregend, überraschend und einfach klasse!

Um an der Wisper und für den Rückweg genügend Zeit zu haben, nehmen wir den schnellsten Weg über die 7 Wegweiser und die Wickersheller Brücke, der Ernstbach entlang ins Wispertal.  Nach ein paar Kilometern auf der Wisperstraße  biegen wir in Geroldstein links ab und gewinnen über 5 Serpentinen rasch an Höhe. Kurz vor Dickschied wechseln wir auf den Wanderweg zwischen Lorch und Schwalbach und fahren ab ins Tal des Mehrbach, dem wir zunächst Richtung Südwesten folgen, um dann auf der anderen Seite wieder bergauf Richtung Hilgenroth zu fahren.


Von Hilgenroth geht es kurz auf der Landstraße nach Naurod. Dort biegen wir ab in Richtung Wispersee und lassen uns zuerst zwischen hohen Wiesen, später durch den Wald bis zu unserem Picknick-Platz rollen. Der See ist ca. 200 m lang und umgeben von Wiesen und Bäumen. Alle paar Meter befindet sich ein Steg oder eine Bank - alles sehr urig und einladend für eine kurze Pause. Außer uns ist lediglich noch eine Gruppe junger Männer da, die im Wasser toben und hörbar viel Spaß haben. Wir verziehen uns ans andere Ufer und ruhen uns von den ersten 750 hm und 33 km aus.


Frisch gestärkt nehmen wir den Rückweg in Angriff: zunächst geht es am linken Ufer der Wisper durch ihr malerisches Tal zurück zu Wisperstraße. Die Wisper windet sich hier durch die Wiesen und fließt sehr gemächlich dahin. Oberhalb des Gladbachs kämpfen wir uns im weiteren Verlauf auf einem steilen Anstieg hinauf zum Schmandkopf - wo uns leider kein Schmandkuchen, dafür aber eine Pracht von blühendem Ginster empfängt. Wir genießen eine Weile den Anblick und die Stille und fahren dann ab nach Niedergladbach.

Dort geht es ein letztes Mal bergauf zum Erbacher Forsthaus. Der grasbewachsene, aufgewühlte Weg ist schwer zu fahren und kostet die letzten Körner. Als wir dann auch noch plötzlich 4 Wildschweinen mit 7 Frischlingen gegenüber stehen, sackt das Herz in die Hose... Gott sei Dank drehen die Jungen ab und die Alten rasen hinterher...

Am Forsthaus angekommen fühlen wir uns schon fast daheim, obwohl noch knapp 20 km vor uns liegen.

Über den Ruhplatz und die Hallgarter Zange gelangen wir nach Hause - nicht jedoch, bevor wir auf dem Hallgartner Waldfest, das traditionell an Christi Himmelfahrt stattfindet und immer SEHR großen Zulauf hat, ein Radler genossen haben.

Zuhause angekommen zeigt der Tacho 63 km und 1300 hm - wohlig müde lassen wir uns den Tag nochmal durch den Kopf gehen und planen schon die nächste Tour.

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Kommentare: 1
  • #1

    Herbie (Freitag, 26 Mai 2017 21:03)

    Anstrengende, aber sehr coole Tour !
    Danke Liebe Petra!